Von Aegali nach Stavros 1

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Amorgos, das östliche Ende, den Weg von Aegali über Langada nach Stavros kann man erkennen.

15.12.07 – Zwei Sachen vorweg: Den Text hier bitte NICHT als “richtigen”  Wanderführer ansehen, er beschreibt den Weg im Oktober 1998! Wir sind im Frühjahr 2000 noch einmal gegangen, aber nur soweit, bis es wegen der Steinlawinen nicht mehr weiterging. Bis heute mag vieles besser geworden sein, oder auch nicht. Wenn nicht … es ist jedenfalls auch ein schöner Weg, wenn man “nur” zum frühbyzantinischen Kloster Theologos kommt.

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Kurz hinter Langada geht es ab vom landwirtschaftlichen Nutzweg.

Ach so, noch was vorweg: Ich bin den Weg beim ersten Mal alleine gegangen, und ohne jemandem vorweg zu sagen, wo ich hin wollte, was man definitiv nicht tun sollte. (Der Weg ist an ein paar Stellen nichts für Höhenangstbefallene. Und bei Regen oder Sturm wird es auf einem Teil der Strecke auch garantiert recht unangenehm!)

Bis zum Kloster Theologos hinauf ist es jedenfalls ein Spaziergang. Ich bin morgens um 09:45 mit dem Bus in Aegali angekommen, und von da aus den alten Fußweg nach Langada hinaufgestiegen. Auf den großen Pflastersteinen hochzusteigen, ist ein gutes Muskeltraining, der letzte Rest Retsina-Kater vom Vortag verfliegt …🙂 … und man spart sich die Serpentinen der Landstraße. (Im Oktober waren die Olivenbauern allerdings bereits in den Erntevorbereitungen. Berge von toten Ästen und Blättern waren schon aus den Feldern gezerrt worden und auf dem Fußweg abgelegt.)

Hinter Langada wird der Weg dann langsam immer bescheidener … von glatten Sträßchen bis herunter zum Fußweg. Man ist recht schnell am Kloster. (Wenn ich alleine bin, habe ich immer ein größeres Tempo drauf als in der Gruppe, und im Oktober hielt einen die Natur auch nicht so auf wie im Frühling …)

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Das Kloster Theologos

An der Stelle des uralten Klosters stand schon in der Antike ein Tempel, und es soll reizvoll sein, sich im Gebäude umzusehen. Wenn jemand da ist, der einen reinläßt. Bei meinem Besuchsversuch war nur ein massiver und unangenehmer Köter da, der das Haus schon im Umfeld lautstark verteidigte. OK OK, dann ein anderes Mal …

Hinter dem Kloster geht es noch um ein paar Ecken herum durch Felder und Wiesen (rote Markierungen nicht immer da, wo sie sein sollten). Dann wird die schiefe Hochebene unterhalb des 820 Meter hohen Krikellosberges kahl und trocken. Was bei der Orientierung hilft, sind die Steinmännchen:

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Irgendwann dreht sich der Weg an einem Felsvorsprung scharf nach rechts, und man hat ein zum Meer abfallendes Geröllfeld vor sich, durch das sich wie ein feiner Faden der Weg zieht. An der windigen Stelle (im Foto rechts) überlegt man kurz, ob man wirklich weiter will, bis zum Ende. Hinten am Ende der Fläche verschwindet der Weg nämlich in einer Steilwand. Na gut, es war schönes Wetter und noch früh genug …

Also los und quer durch! Dann noch ein Blick zurück aus der Steilwand – das kommt gleich nochmal auf dem Rückweg:

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Erst hinter der Steilwand, wo es wieder nach rechts geht, taucht irgendwann ganz plötzlich die alte Kirche Stavros auf:

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Stavros, das Ziel

Ab hier gehen noch weitere (riskante und unmarkierte) Wege hinunter zu den alten Bauxitminen und ihren Anlegestellen am Meer. Habe ich mir gespart … und eine längere Pause an der Kirche auch, trotz der Aussicht. Ich wollte ja noch rechtzeitig wieder in Aegali eintreffen, um noch den Bus nach Katapola zu kriegen! Also nochmal durch die steile Strecke an den Felsnasen:

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Und dann wieder durch die wackelige Geröllstrecke, auf der man den Eindruck hat, sie ging direkt runter zum Meer. Das Wasser ist jedoch immer etwa 200 Meter Luftlinie entfernt, und dann immer mehr der Zivilisation entgegen. Außer mir war niemand unterwegs auf dem Weg.

In meinen Notizen steht: “Großartiger Weg, durchaus das Beste, was man auf dieser Insel erwandern kann. Rückweg abwärts ziemlich beschwerlich, lose Steine und Springen von Stufe zu Stufe. Beine sind in Aegali schwer wie Blei. Das einfachste Essen + der einfachste Wein sind eine Delikatesse …”

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Vor lauter Begeisterung habe ich sogar die Kamera rausgeholt, bevor ich zugelangt habe. Choriatiki, das beste beim Wandern und auch danach! Beim Essen immer den Bus im Blickfeld. Der Busfahrer saß jedoch auch in der Kneipe, bei Kaffee und Zigarette. Er hatte mir versichert, es sei noch genug Zeit zum Essen … siga siga …

Naja, unterwegs im Bus sitzend, war ich dann wieder munter genug, um noch eben die beiden netten sommersprossigen Engländerinnen zu skizzieren, die vorne im Sonnenuntergangslicht an der offenen Tür saßen und die Füße im Fahrtwind kühlten. Die beiden hatten den Tag in Aegali am Strand verfaulenzt:

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9 comments

  1. Yorgo, please try the Google Language Tool.

    You will find the link to that tool easily on the Google page. It will translate German text to either an English or Greek version! The translation is usually bad, since it is done by a machine, but at least you get an idea of what I am talking about.

    Theo, who is, like you said in another comment, a φιλέλλην

  2. Sorry no, Yorgos, I do not. I have been to Greece so many times in the last 25 years, but I speak/understand only basic things – just to survive.
    It is a shame – but a lot of Greek people speak a very good English, that is why I never really tried to learn your (very difficult) language! I am a lazy person sometimes …

    I saw your comment on mountain tea from Kalarrites yesterday, but – concerning drinks – for me the best “nature’s secrets” are in Greek krassi and coffee and tsipouro …🙂 Theo

  3. Ok! Nobody is perfect!
    Be cool! As you are seem to be!
    Actually, that kafeneio in Kalarrites is under the supervision of a sympathetic Norwegian eco-guy, a little bit obsessed with the healthy way of living. He knows well the region, so he was the person that recommended to me the small lake, near kouiasa mule!
    As, finally, regards the nature’s secrets, i agree with you. I only add the good companionship!
    Again, ευχαριστώ for the instructions to translate the articles.

  4. Inzwischen ist das Kloster Theologos wohl einen Kilometer näher nach Langada gerückt – der Wegweiser zeigt 3 Kilometer nach Theologos und 7 nach Stavros. Der alte schien mir realistischer zu sein….

    Und wenn man Glück hat, bekommt man in Theologos einen griechischen Kaffee serviert, dazu Wasser aus der Zisterne und süße Trauben. Giorgos hat sich gefreut bei der Arbeit zum Vorbereiten des Panigiri am 26. September unterbrochen worden zu sein.
    Zum Panigiri wollte ich dann aber nicht noch mal nach Theologos rauf.

  5. Amorgos ist zwar sehr schön zum Wandern (wenn man Abgründe mag), im Frühling aber nicht ungefährlich (plötzliche Gewitter, oft unerwarteter Nebel!).
    Wir wollten Ende April von Langada nach Stavros, mussten aber ca. 30 min nach dem Kloster umkehren (der Hang war sehr nebligl). Von Theologos hinunter nach haben wir uns dann furchtbar verlaufen, weil wir irgendwelche Ziegenpfade folgend auf gut Glück irgendwie durch Felder, Felsen und dornige Vegetation hinunter klettern. Sehr anstrengend! Wir hatten übrigens die gute Anavassi-Karte (sehr empfehlenswert, kann man auch als app kaufen) zur Hilfe, sonst wäre es überhaupt nicht gegangen.
    Es hat sich trotzdem gelohnt, Frühling ist wohl die schönste Jahreszeit auf den trockenen Cycladen…

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