Die Lassithi-Hochebene, 12.01.2017

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Die Lassithi-Hochebene im Januar
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Weihnachtsdekoration in Mochos (400 Meter Meereshöhe)
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Mal angenommen, Jesus sei tatsächlich zur Zeit der Volkszählung des Kaisers Augustus in Bethlehem geboren worden. Die Volkszählung fand statt, als der römische Statthalter Herodes, der den berühmt-berüchtigten Kindermord befahl, noch lebte. (Der gute Herodes ist allerdings schon im Jahre 4 v.Chr. gestorben …)
Dann hätte Jesus in Bethlehem wahrscheinlich ähnliche Winterverhältnisse erlebt wie wir auf den Hochebenen von Lassithi und Katharo auf Kreta. Die Gegend war zwar ab 800 Meter Meereshöhe tief verschneit, aber tagsüber war es sonnig, und auch einige Schafherden waren unterwegs.
(Mit einem Neugeborenen sollte man sich allerdings um den Jahreswechsel herum nicht so lange in einem Schafstall oder einer Höhle aufhalten, bis die Weisen aus dem Orient mit ihren Geschenken eintreffen. Nebenbei: Haben Sie ein normales Geruchsempfinden, und haben Sie schon einmal in einem Schafstall übernachtet, neben Ochs und Esel …?)
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Auf der Lassithi-Ebene, Winternachmittag: volta im ortsüblichen Pelzmantel
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Wir starten mit Verspätung auf die Höhe der Lassithi-Ebene. Katharina steckte morgens im Schnee-Chaos auf dem Flughafen von Thessaloniki fest. Flüge hatten stundenlange Verspätungen oder fielen ganz aus.
Nun die erste entspannende Stunde in der Taverne Aristodimos in Mochos. Für einen Winterwerktagsbetrieb ist deren Küche bestens und vielfältig gerüstet: Fava, Keftedes, Kolokithokeftedes, eine Flasche Mythos, ein Bergtee, Summe 18 Euro. Raki und Dessert aufs Haus.
Die winterfesten kretischen Großväter sitzen vor der Tür, nippen am Raki und stochern in ihren Mezedes-Portionen.
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Also auf ins Winterwunderland.
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Die Straße ist geräumt, und es taut sowieso. Kein Problem für einen Fiat mit Sommerreifen, über dessen Beschleunigungsleistung am Berg die Fahrerin nicht gerade begeistert ist. Die Räumfahrzeuge sind natürlich noch betriebsbereit abgestellt.
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Auf der Passhöhe steigt die Schneehöhe. Immerhin zwanzig Zentimeter Neuschnee, der am letzten Wochenende die Insel überrascht hatte.
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img_8592_a333_lassithiHier oben auf der Passhöhe findet man auch die ersten Windmühlen-Ruinen. Unterhalb der Höhe ein sehr großer Betrieb zur Fütterung der Bustouristen (im Januar geschlossen).
Wir umkreisen im Auto langsam die ganze, von verschneiten Bergketten eingerahmte Hochebene. Es gibt nur kurze Spaziergänge, denn es wird ja früh dunkel.
Meine neuen Wanderstöcke würden mich, wenn sie Augen hätten, jetzt irritiert anschauen: „Ist dieses Kreta wirklich der südlichste Punkt von Europa, Chef?“
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Die auf kleinen Hügeln liegenden Dörfer wirken wie ausgestorben. Das Schmelzwasser beginnt die ersten Felder und Wiesen zu füllen. Kleine türkisfarbene Binnenseen. Im Frühjahr soll die Hochebene ja vom Schmelzwasser manchmal völlig überflutet sein.
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Und die berühmten Windräder? Die im Hochsommer die Wasserpumpen betreiben? Die machen sich inzwischen rar. Generatoren versorgen inzwischen viele elektrisch betriebene Pumpen. Sind die letzten nur noch vorhanden, um das touristische Einzigstellungs-Merkmal der Gegend vorzuführen?
Übrigens: Im Frühsommer empfiehlt es sich, den Rundkurs auf dem Fahrrad zurückzulegen.
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Aber die Lassithi-Tour ist nur ein Prolog für unseren Aufstieg zur Katharo-Hochebene – im Schatten der Dikti-Bergkette (bis 2148 Meter). Katharo liegt ein bißchen höher als Lassithi. Für morgen ist der erste Versuch geplant, von Kritsa aus dort hochzukommen. Die Passhöhe liegt bei 1200 Meter.
Ja, es gibt eine Schotterpiste, die beide Ebenen direkt verbindet. Und eine Piste über Males zur Südküste. Aber die Strecken sollte man nach Schneefällen besser nicht benutzen. Dort wird nie geräumt. Könnte auch teuer werden, einen vom Weg abgekommenen Wagen da bergen zu lassen …
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