04 Die Zagoria-Brücken

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Die Kokoros-Brücke überbrückt zwischen zwei Steilwänden ein enges Bachtal

Epirus ist berühmt für seine Brücken. Die besonders hohe und auch beängstigend schmale Brücke von Arta hat bestimmt jeder schon einmal wenigstens im Bild gesehen. Hier ein altes Foto von Fred Boissonnas:

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Die faszinierendsten und ältesten Brücken-Exemplare findet man in der Zagoria. Seit dem 14. Jahrhundert ist die Besiedelung der Berggegend belegt. Die Dörfer lebten vom Handwerk und Handel und waren auf Kommunikation untereinander und mit dem Rest der Balkanhalbinsel angewiesen.

Der leicht zu bearbeitende Kalkstein der Gegend diente dem Häuserbau und der Anlage von gepflasterten, oft treppenartigen Bergwegen (kalderimi). Ab dem 18. Jahrhundert wurden auch die zahlreichen Holzbrücken über die unberechenbaren Flüsse der Gegend durch solide Steinbrücken ersetzt.
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Die Plakidas-Brücke (kaloyeriko) kreuzt den Vikos (1814 fertiggestellt)
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Die Bögen wurden von den Gilden der Brückenbauer (kioproulides) auf Holzgerüste gesetzt. Die Holzgerüste wurden gleichzeitig von beiden Seiten des Flusses bis zur Bogenhöhe hochgezogen. Es gibt ein-, zwei- und dreibögige Brücken. Oft sind unten an der Basis noch kleine Durchbrüche angelegt, um bei Hochwasser den Durchfluß durch die Konstruktion zu erleichtern. Meist wurde der Übergang über die Brücke durch Geländer aus aufrecht stehenden Steinen (arkades) gesichert. Viele Arkades hat die Zeit inzwischen verschwinden lassen.
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Arkades an der Kokorosbrücke
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Der Typus der “Epirusbrücke” ist im ganzen Balkan vertreten (Mostar), und auch in der Schweiz (Engadin) findet man Bauten nach dem gleichen Muster. Aber bereits zur Zeit der Römer wurde so gebaut. Ästhetisch gehören die Zagoria-Brücken jedoch zu den elegantesten. Das Dorf Kipi ist eine gute Basis, um solche Brücken auf Wanderwegen zu finden.
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Die Mylos-Brücke (von 1748) bei Kipi. Der seltene Fahrzeugverkehr geht durch die Furt neben der Brücke. Es gibt übrigens auch sehr kleine Brücken:
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Nachtrag: 
Elizabeth Boleman-Herring weist in ihrem Buch “Vanishing Greece” darauf hin, daß die Handwerkergilden aus dem Epirus eine Geheimsprache benutzten … das koudaritika … um ihr berufliches Wissen nicht Ortsfremden preiszugeben!
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