Skyros – 2 – Kristina

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Nehmen wir den größten oder gleich alle beide?

Was ist der Vorteil, wenn man, wie Kristina, mit einem Fischer verheiratet ist? Wenn man Glück hat, bleibt für die Gäste unten in der Taverne auch noch was Schönes übrig, ganz frisch und bei ganz geringen Rohstoffkosten für die Wirtin …🙂 …!

Außer Kristina gab es noch drei weitere ausländische Ehefrauen auf der Insel. Ja, das Ende der Welt. Wenn Kristina nicht für ihre Taverne kochte oder ihre beiden kleinen Jungs versorgte, dann schrieb sie. Hier ihr Artikel über den Streik:

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Am 12.04.1995 ging die Insel in den Generalstreik: Keine Fähre, kein Bus, kein Flug, alle Geschäfte geschlossen, die Schule auch, und der Zugang zum Militärstützpunkt wurde blockiert. Die Skyrioten – die Bevölkerung der Insel verdreifacht sich im Sommer zeitweise – wollen ein medizinisches Ambulanzzentrum. Sie wollen nicht mehr diese Erste-Hilfe-Station mit nur einem Doktor im Praktikum, ohne Krankenschwester, ohne Röntgenapparat, ohne Labor. Es gibt keine vernünftige Medikamentenversorgung, und auch keinen Notarztdienst. Wenn ab 14 Uhr oder am Wochenende der Arzt gebraucht wird, muß er auf der Insel erstmal gefunden werden.

Vor kurzem war jemand gestorben, weil der Arzt nicht rechtzeitig zurück in die Erste-Hilfe-Praxis kommen konnte. Und dann diese spektakuläre Notfalloperation mit dem Taschenmesser (!) und mit Haushalts-Nähzeug und ohne (!) Betäubung und ohne steriles Verbandszeug durch diesen Athener Arzt im Urlaub, der dem 17jährigen Unfallopfer gerade eben noch das Leben rettete …

Und es gibt 800 Kinder auf der Insel! Äh, ein Kinderarzt … nein, wieso? Einen Zahnarzt gibt es ja auch nicht …

Der Generalstreik brachte zunächst nur Gespräche des Streik-Kommittees mit dem Gesundheitsminister Dimitrios Kremastinos. Noch war unklar, was draus werden sollte.
27.01.2014 – Die Ärzteversorgung auf den kleinen Inseln soll ja etwas besser geworden sein (obwohl ich gerade erst einen Artikel über die totale Unterversorgung auf Anafi gesehen habe). Da aber durch die Staatsschulden-Krise inzwischen ein Drittel aller Griechen keine Krankenversicherung mehr bezahlen kann, und kein Geld zum privaten Medikamentenkauf hat, ist eigentlich nichts besser geworden.

Immer wenn die Insel es bis in die Medien schaffte, bedeutete das nichts Gutes: 2001 erlebte die Insel ein mittleres Erdbeben … noch heute sind Kloster und Akropolis geschlossen … und im Sommer 2007 gab es einen politischen Aufruhr. Regierungspläne wurden bekannt: Die unbewohnte Südhälfte der Insel soll zu einem gewaltigen Windradpark zur Versorgung des energiesüchtigen Festlandes umgebaut werden (siehe Syros 3).

WEITER MIT SKYROS 3

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