3.1 PILION (Einleitung)

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AGET-Hraklis, eine der größten Zementfabriken der Welt am südostlichen Stadtrand von Volos (Foto: Google Earth 2008)

“Wir fahren auf den Pilion, wo er am schroffsten und schrundigsten ist, altes Andartenland, Partisanengebiet, während des Bürgerkriegs als Räterepublik unabhängig.” Harry Rowohlt (Pooh’s Corner, Die Zeit, 01.10.2009) Wenn Sie auch auf die Pilion-Halbinsel wollen, müssen Sie durch Volos, die Hauptstadt der Provinz Magnesia, mitten hindurch. Bringen Sie dazu etwas Geduld mit. Volos ist auch die letzte “richtige” Einkaufsmöglichkeit vor der Halbinsel, tanken Sie hier und packen Sie sich ein paar Vorräte ein …
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Vor der Küstenstrecke am pagasitischen Golf liegt die Zementfabrik als eine Art “Tor des Schreckens”. Während Sie nun zwischen der Fabrik (sieben Mio. Tonnen Jahresleistung) und ihrem werkseigenen Hafen durchfahren, erinnern Sie sich daran: Von jetzt an wird es nur noch besser …
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Es gibt auch eine Alternative zur Golfküstenstraße! Richtung Osten (Makrinitza, Hania, Zagora, Tsangarada) geht es gleich hinter der Stadt steil bergauf. Eine sehr kurvenreiche und schmale Strecke schon vor dem ersten schönen Bergdorf (Portaria). Und die Straße bleibt auch so bis zu ihrem Ende an der Ägäis in (sagen wir mal) Horefto …! Lassen Sie sich Zeit …
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In einem Satz: Der Pilion ist die hakenförmige, bergige, dicht bewaldete Halbinsel, die den Pagasitischen Golf vom Rest der Ägäis trennt. Hier die Links zu den einzelnen Seiten … alle Links ebenfalls oben im Menu:
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Der Bergrücken des Pilion steigt bis auf 1550 Meter, wo Sie im Winter Ski laufen können! Die höchste Stelle der Paßstraße bei Hania liegt bei etwa 1200 Metern. Bereiten Sie sich drauf vor, von Volos aus mindestens zwei Stunden zu brauchen, um die Halbinsel mit dem Auto zu durchqueren (ca. 55 km). Die Fahrt zum äußersten Ende (Trikeri) dauert auf der Straße entlang der Golfküste auch mehr als drei Stunden (ca. 100 km). Es gibt nur sehr wenig öffentlichen Busverkehr, und dieser ist nur auf Volos ausgerichtet!
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Südliches Endes des Pilion – Foto: Google Earth 2008
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Während des Sommers 2007 hatte es auch auf dem Pilion gebrannt. Doch waren die Folgen nicht so spektakulär wie in Evia und auf dem Peloponnes. Selbst in den griechischen Medien wurde nur nebenbei über die Schäden auf dem Pilion berichtet. Die Brände betrafen hier auch in erster Linie unbewohntes Land. Lediglich das Dorf Neohori war gefährdet. Ich gehe mal davon aus, daß die (recht riesigen) roten Flecken im Google Earth Foto die betroffenen Räume zeigen. (Die Erde des Pilion hat diesen roten Ton.) Hier noch eine Skizze mit den Orten, die ich auf den Seiten erwähne, zur groben Orientierung:
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Sie können sich von Volos aus auch zum kahlen, zerrissenen Südzipfel der Halbinsel mit der Fähre oder dem Tragflügelboot expedieren lassen. Einige der Schiffe in Richtung der Sporaden (Skiathos, Skopelos, Alonissos, Skyros) stoppen in Trikeri. Die “Industrie” von Trikeri wird Ihnen besser gefallen als die von Volos. In Trikeri baut man noch Schiffe von Hand, und ein bißchen Tourismus gibt es auch. Die Küstenstraße zu dem recht isolierten Ort (ca. 1000 EW) existiert erst seit ein paar Jahren!
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16 comments

  1. Hallo Theo,

    jetzt bin ich schon einige Wochen nicht mehr hier gewesen und nun entdecke ich Deine Pilion-Seiten. Werde mich mal genüßlich durch Deine Artikel durchlesen. Ich liebe den Pilion, die Landschaft, das Meer auf der Golfseite wie ein Spiegel auf der anderen Seite etwas rauer. Die schönen Pilion-Häuser, das schönste Bergdorf Makrinitza, das ich je gesehen habe und es gibt noch keine großen Hotelburgen.
    Gruß
    Ulli

  2. Hallo Ulli, ja ein schönes altes Haus im Pilion zu haben, das wäre nicht schlecht … aber da brauche ich auch nicht drüber nachzudenken. Theo

  3. Nun auch unter der Rubrik ‚Pilion’ gepostet:

    letztes Jahr hatten wir die Gelegenheit, im Kloster Flambouri / Pilion übernachten zu können. In einem Frühstücksraum hing neben christlichen Motiven auch eine neuere Fotographie. Vielleicht ein Pressefoto, denn irgendwie kam es mir bekannt vor. Es zeigt einen die Nationalflagge schwingenden Mönch, möglicherweise auf Athos. Im Hintergrund ist ein vorbeidüsendes Jagdflugzeut zu sehen. Mich würde Anlass, Jahr und Hintergrund des Ereignisses interessieren. Mein rudimentäres Griechisch hat leider nicht ausgereicht, hier Näheres in Erfahrung zu bringen.

    Viele Grüße

    rover

    PS: 15 Tage lang hat unsere Fahrtengruppe den nördlichen, wilden Pilion-Teil zu Fuß durchstriffen. Kerasia – Flambouri – Veneton – Limnionasbucht, Mitzela, Pouri, Chorefto – Zagora. Auf den Spuren der “Raubfischer” eben😉

  4. Hallo rover, du hattest zunächst von der “Ruinenstadt Mitsela” gesprochen, und ich war der Meinung, da müsse ich doch mal gewesen sein, aber … man soll alte Notizbücher ja nicht wegwerfen .. ich hatte Palia Mitzela mit Elitsa verwechselt (2 Fotos unten auf der Seite Pilion 12b). Immerhin beides in der Nähe von Pouri.

    Habt ihr eure Wanderung mal irgendwo dokumentiert? Das muß man ja echt 100% organisieren. Zwischen Kerasia, Veneto und Pouri ist ja praktisch überhaupt nichts …
    Theo

  5. Hallo Theo,

    Organisiert hatten wir lediglich den Flug nach Thessaloniki. Wir wussten wie man vom Flughafen zum Busbahnhof kommt und was es nach Volos kostet. Das war alles. Eine Landkarte hatten wir dabei. Und man sollte ein gutes räumliches Gespür haben.

    Wir haben Helwigs Griechenlandtrilogie gelesen. Seit den 50er Jahren gibt es immer wieder bündische Gruppen, welche in den Pilion fahren. Wir sind es gewohnt, uns überraschen zu lassen. Daher haben wir (4 Personen) in Volos für 11 Tage Lebensmittel gekauft, vornehmlich frisches Gemüse, Salami, Käse. Knäckebrot haben wir von zuhause mitgebracht. Auch Linsen, Getreidekörner etc. Gekocht wird bei uns über dem Feuer.
    Wasser gibt es im Frühjahr fast überall. Und in Pouri gibt es wieder 2 kleine Lebensmittelgeschäfte. Wir liefen vom 20. April bis 4. Mai. Ein Taxi hat uns von Volos nach Kerasia gebracht. Regelmäßige Busse fahren selten. Danach begann das Ungewisse …
    Geschlafen haben wir üblicherweise unter 2 zusammen geknüpften Kohten-Planen. Manchmal auch in Kapellen. Gegen die Kälte ein Schaffell und ein leichter Schlafsack.

    Aber wie gesagt, wir sind das so gewohnt. Mit gesundheitlichen Problemen würde ich das niemandem raten. Handyempfang gibt es nicht.

    Wir haben eine Dokumentation (ca. 70 Seiten) und sind dabei ein Büchlein zusammenzustellen. Aber das geht nicht nur über unsere Fahrt, sondern auch über Mythen (Kentauren, Argonauten), die Revolution von 1821, die Philhellenen, Klephten etc.

    Das geplante Büchlein (DIN A4) wird in kleinster Auflage im Eigenverlag erscheinen und ist eigentlich nur zum Verschenken in befreundeten bündischen Kreisen gedacht … aber soweit sind wir noch nicht, wir sind halt zuviel unterwegs. Und dieses Jahr muss noch das Dach unserer mit den befreundeten „Grauen Reitern“ gemeinsamen Burg neu eingedeckt werden: http://www.meserle.de/krahen/

    Viele Grüße

    rover

    PS: http://www.alt-rover.de ist unsere Seite mit einigen Berichten. Das meiste müssen wir weglassen, keine Zeit und es würde den Rahmen sprengen …

  6. Ich kann mir vorstellen, daß man problemlos 11 Tage auf dem Weg zubringt (wenn auch meine Road Editions Karte ‘Pilion’, die zum Wandern ja sonst sehr zuverlässig ist, nur noch den südlichen Teil von eurer Strecke zeigt).
    Auf Helwigs Geschichten sollte man sich ja nicht verlassen, der läuft ja in seinem Buch in einer Nacht vom Ägäis- zum Golf-Strand, mit einer vollen Kiste Fisch unterm Arm …🙂 … Theo

  7. genau – man sollte seine Romane nicht mit einem Reisebericht verwechseln!
    Aber es ist schon erstaunlich, wieviel “Topographie” mit dem Roman übereinstimmt. OK, der “Geisterbach” wurde etwas ‘verschoben’ …🙂 aber den Schlangenbrunnen haben wir in der Limnionasbucht gefunden und in den für Xenophon wichtigen Kapellen oberhalb Mitzelaas haben wir geschlafen😉 und, und, und … sein Grab haben wir natürlich auch besucht.
    Und irgendwann haben wir aufgehört, die Schluchtenrinnen zu zählen, welche wir durchqueren mussten. Daher können wir nicht einmal angeben, wieviele km wir gelaufen sind.

    rover

  8. um auf meine Anfangsfrage nach dem Bild mit dem die Nationalflagge schwingenden Mönch (oder Abt) zurückzukommen:

    Vielleicht kann sich nun jetzt jemand einen Reim darauf machen:

    Ists ein Pressefoto?
    zu welchem Anlass?
    das Jahr???

  9. Oh, das Bild ist ja wirklich total unscharf. Viel Hoffnung, daß sich das Rätsel löst, habe ich nicht. Aber es rahmt sich doch um das Bild eine sehr inspirierende Wander-Geschichte!
    Also ICH selber werde die 11-Tages-Tour nicht nachlaufen, aber ich hatte die Gegend um Veneton in den letzten Jahren fast schon vergessen, obwohl ich vor 20 Jahren auf der Landkarte ein großes Ausrufezeichen neben den Ort gemacht hatte. Jetzt ist ein ZWEITES Ausrufezeichen daneben … Theo

  10. Hallo Theo,
    ich plane mal wieder eine Reise nach Volos und zum Pilion (bisher hab ich meine diesbezüglichen Planungen nie umgesetzt). Nachdem es schon wieder jahre her ist, dass ich Werner Helwig gelesen habe, fiel mir vor kurzem wieder eins seiner Büchlein in die Hand. Dich als Instanz auf dem Gebiet würde ich gerne um einen Rat bitten: kennst Du den Pilion im Winter und kannst Du zu-/abraten? Würde nämlich gerne in der Weihnchtaszeit fahren. Das letzte mal habe ich mich Anfang der 90er Weihnachten nach Griechenland gewagt. Damals Katapola.
    Beste Grüße aus Heidelberg (bin von Berlin kürzlich hierher gezogen)
    Steffen

  11. Hallo Steffen, auf einen Winter im Pilion wäre ich auch neugierig, aber ich war noch nie da zu der Zeit – also kann ich dir keine Tips geben. Übrigens bin ich jedes Jahr mindestens einmal in Heidelberg, vielleicht sehen wir uns ja mal. Theo (Schon mal im “Knossos” – Bergheimer Straße – gewesen?)

  12. Hallo Theo,
    kenne bisher nur die beiden Altstadtgriechen.
    Würde mich sehr freuen, wenn wir uns hier mal treffen! Meine Emailadresse müsste eigentlich für dich sichtbar sein? Melde dich einfach.
    Steffen.

  13. jassou Theo, “Sie können sich von Volos aus auch zum kahlen, zerrissenen Südzipfel der Halbinsel mit der Fähre oder dem Tragflügelboot expedieren lassen. Einige der Schiffe in Richtung der Sporaden (Skiathos, Skopelos, Alonissos, Skyros) stoppen in Trikeri.”

    Zur Zeit (Mai 2013) wird Trikeri von keiner Fähre angesteuert. Daran wird sich wohl auch erteinmal nichts ändern.

    (Komme gerade vom Pilion zurück, werde mir nun in ruhe alle deine Pilion-Artikel mal durchlesen, Freue mich schon darauf.)

    schöne Grüße aus hamburg, kokkinos vrachos

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