Amorgos

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Amorgos gehört zu den östlichen Kykladen und liegt südöstlich von Naxos. Die langgestreckte Insel ist 127 km² groß und von einer hohen, kahlen Bergkette durchzogen. Amorgos hat etwa 1.700 Einwohner.

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Chora – alte Mühlen im Spätsommernebel

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Chora – Frühlingstag

Der heutige Hauptort heißt ebenfalls Amorgos (Chora), liegt oben in den Bergen – und wurde so angelegt, daß er vom Meer aus nicht sichtbar ist (wie überall in der Ägäis, wegen der Piraten). Von Katapola und Aegali (beides Fährhafen für die “Skopelitis Express” ab/nach Naxos; www.gtp.gr ) ist der Ort auch per Bus erreichbar.
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Langada

Die heute wichtigste Sehenswürdigkeit von Amorgos ist das Felsenkloster Chozoviotissa – es “klebt” an den Felsen unterhalb des Profitis-Ilias-Gipfels; es gilt als eines der architektonisch interessantesten Klöster der Ägäis. Das Kloster soll Anfang des 9. Jahrhundert gegründet worden sein, wurde von Piraten zerstört und im 11. Jahrhundert wieder aufgebaut (… ist zu besichtigen – keine Shorts und keine Hosen bei Frauen erlaubt!).

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Felsenkloster Chozoviotissa, 7 Stockwerke hoch, innen nur 4,5 Meter tief

Die Reste der antiken Städte Minoa, Arkesine und Aigale sind erhalten – von Katapola ist das 5000 Jahre alte Minoa auf einem (anstrengenden) Fußweg zu erreichen (tolle Aussicht!). Wichtig: Da die Ausgrabungen noch andauern, ist nicht immer alles zugänglich! Viel zu sehen ist für den Laien auch nicht.

Bademöglichkeiten/Strände sind verhältnismäßig beschränkt. Beim Wandern zu beachten: Die Höhenstrecken sind außerordentlich stark dem Nordwind ausgesetzt!
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Blick von Langada nach Tholaria

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Zur Einstimmung noch ein paar Fotos:
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Amorgos Chora Kirchen
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Reihe von Kapellen in Chora, während ein Gewitter aufzieht
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Amorgos Langada
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Spätsommerlich überrankte Taverne in Langada
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Amorgos Doppelkirche
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Ländliche Doppelkirche
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Amorgos Mai Strauß
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Geschmückte Tür am Maifeitertag
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Amorgos Chora Bank
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Ende der 90er Jahre – Chora, die kleinste Bankfiliale Griechenlands (ohne Gewähr …🙂 …!)
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Amorgos Platia Bus Chora
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Bushalteplatz in Chora
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ÜBERNACHTEN: Ich habe in den 90er Jahren (!) mehrfach in Xilokerathidi (in der Bucht von Katapola) im Privatzimmer gewohnt. Mir hat es gut gefallen, hier will ich es nicht empfehlen, damit mir hinterher keiner vorwirft, es sei ihm/ihr “zu rustikal” gewesen …🙂 … (07.03.2015 – dort wird nicht mehr vermietet!)
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08.03.2015 – NACHTRAG:

Der französische Forschungsreisende und Botaniker Joseph Pitton de Tournefort besuchte Amorgos im Jahr 1700. Sein Weg führte ihn auch zum Kloster der Panaghia Chozoviotissa. Ein paar Zeilen aus seinen Beobachtungen:

„Die Einwohner dieser Insel kennen die lateinische Kirche gar nicht.
(…)
Die besten Oerter auf dieser Insel gehören dem Kloster der H. Jungfrau (Panaghia), wohin man von ferne kommt, um Messe lesen zu lassen. Denn alle ausserordentlichen Oerter erwecken beim gemeinen Volke die Andacht. Drey Meilen von dem Flecken (Chora), an dem Ufer des Meeres, hat man ein großes Haus aufgebauet, welches von ferne einem Schranke gleich siehet, der an dem unthern Theil eines erschrecklichen Felsen angebracht ist (…). Indessen wohnen in diesem Schranke hundert Caloyers (Mönche) sehr bequem beysammen. Es hielt schwer, in dieses Haus gelassen zu werden.
(…)
Die Religiosen versicherten uns, daß ihr Haus von dem Kayser Comnenus (Alexius I. Comnenus ist wohl gemeint, 11. Jh.) gestiftet und begabet worden sey; welches ich gar leicht glaube.
(…)
Die Religiosen zu Amorgos geben für, daß diese Stiftung bey Gelegenheit eines auf Holz gemahlten wunderthätigen Marienbildes gemacht worden sey, das sie in ihrer Capelle, als eine wichtige Reliquie, aufheben. Sie behaupten, daß dieses Bild, welches auf der Insel Cyprus entheiliget und in zwey Stücken zerbrochen worden, wundersamer Weise über die See, bis an den Fuß des Felsen von Amorgos gebracht worden sey; daß sich diese Stücke wieder miteinander vereiniget hätten; daß endlich dieses Bild bereits viele Wunder gethan hätte, und noch immer verrichte. Das Bild schien uns sehr vom Rauch überzogen, und von einer unvollkommenen Zeichnung zu seyn.
Die Caloyers, welche solches in Verwahrung haben, sind sehr unreinlich; in ihren Häusern stinkt es, wie in einer alten Wachstube, und dieses Kloster scheinet mehr einer Räuberhöhle als einem Ort der Heiligkeit zu gleichen.“
aus:
Joseph Pitton de Tournefort, „Beschreibung einer auf königlichen Befehl unternommenen Reise nach der Levante“, Band I-III, Nürnberg 1776/1777. Zitate aus Band I, Seite 362/363.

Ja, die Marien-Ikonen waren sehr reisefreudig. Es gibt viele Orte am Mittelmeer, wo sie auftauchten, auf Tinos (siehe: Ela Maria) zum Beispiel …

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SIEHE AUCH SEITE: AMORGOSREISE 1885, JAMES THEODORE BENT

SIEHE AUCH SEITE: DIE SCOPELITIS 1997

SIEHE AUCH SEITE: VON AEGALI NACH STAVROS (1 und 2)
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7 comments

  1. Wunderschöne Fotos! Auf der Suche nach Infos zu Amorgos (fahren dieses Jahr erstmals dorthin) sind wir auf diese tolle Seite gestoßen. Nachdem wir auch sehr gerne “rustikal” wohnen (auf Astypalea, einer unserer Lieblingsinseln z.B. wohnen wir immer im Privatzimmer bei einer alten Dame, der mein Mann dann bei den notwendigen Reparaturen in Haus und Hof hilft), würden wir gerne – wenn möglich – mehr über das Privatzimmer erfahren.
    Im Netz haben wir bisher nur sehr “geschleckte” Unterkünfte gefunden, die sicher sehr schön sind, aber nicht das, was wir suchen.

    Liebe Grüße
    Gabi

  2. Hallo Gabi, den Balkon des Zimmers sieht man auf der Seite “Xilokeratidi, Amor-gos”. (07.03.2015 Diese Seite ist längst gelöscht!) Die Vermieterin ist mit dem Herrn Prekas (auf der Skopelitis 1997 Seite) verwandt. Und ich weiß im Moment nicht einmal, ob die doch etwas älteren Leute überhaupt noch leben!

    Jedenfalls standen in dem Zimmer noch Möbel, die garantiert aus der Aussteuer der Dame stammten …🙂 … und es war sehr klein. (Die Vermieterin wohnte in dem Haus, unter dem Dach.)
    Ich will Ende Mai aber selbst für ein paar Tage auf die Insel, dann kann ich sicher was genaueres mitteilen (oder ggf. eine brauchbare Alternative)!
    Theo

  3. Ich bin heute etwas langsam … äh Gabi, war deine Frage eigentlich für die Veröffentlichung gedacht …? Nun ja, jetzt steht’s erstmal drin …

    Wenn nicht, laß es mich wissen, dann lösche ich den Beitrag!
    Theo

  4. Servus Theo,

    die Langsamste bin wohl ich…hab noch nicht mal geschnallt, dass du geantwortet hast.
    Wir selbst sind von 28.05. – 02.06. auf Amorgos, also wohl in etwa zur selben Zeit.
    Die Unterkunft hört sich gut an, ich war mal auf Lesbos und habe in einem alten Haus in Plomari im Schlafzimmer des Opas gewohnt, der mit seinem Koffer für mich ins Dachgeschoß gezogen ist, war auch von der Einrichtung her so wie du das Zimmer auf Amorgos beschreibst.
    Ich denke, wir schauen mal vor Ort, vielleicht gelingt es uns, etwas zu finden, was uns taugt.
    Ob der Beitrag veröffentlicht wird, ist deine Entscheidung!
    Eine angenehme Reise und liebe Grüße Gabi

  5. Sag mal Theo, warst du nicht ma oben auf dem Windmühlenberg Vigla oberhalb von Langada und hattest darüber geschrieben? Find ich jetzt nicht mehr…. ist der Text nicht mehr online?

  6. Der Text war nie online. Ich war mal fast oben, 2009, kurz unterhalb der Windmühlen habe ich aber den Weg verloren. Und ich habe den Ehrgeiz verloren, oben anzukommen. Seehr heißer Maitag …
    Ich schicke dir gleich mal die 4 Fotos, die ich noch habe vom Weg – die zeigen aber nur Aussichten Richtung Norden (450 Pixel Breite). Es gibt mehr Fotos, aber ich kann die Original-Dateien im Moment nicht finden.
    Vigla = heißt der Berg nicht Machos (laut der Terrain-Skai-Karte)?

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