Agia Triada Kloster

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Das Kloster Agia Triada stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bizarre Felsformation, wunderbare Aussicht, auf einer Felsspitze mit senkrecht abfallenden Wänden, war es bis 1925 nur über einen Kran zugänglich. Es gibt noch schöne Fotos von mutigen Besuchern, die unten in ein Transport-Netz gewickelt wurden, um hochgezogen zu werden – wie ein Kartoffelsack. Hier, auf Aufnahmen von Fred Boissonnas vom Anfang des 19. Jahrhunderts, sieht man noch den klassischen Aufstieg zu den Klöstern mit Leitern und einen “eingesackten” Gast am Haken:

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Der heute vorhandene Treppenzugang ist auch nicht unbedingt geeignet für Höhenangstbefallene. Für Materialtransporte gibt es eine Seilbahn.

SIEHE AUCH:  Meteora  und  Roussanou Kloster

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Bei meinem ersten Besuch war es Mitte April, es war ein schöner Tag, um von Kalambaka zum Kloster hinaufzuwandern. Der Mönch, der die Gäste betreute (es waren nur 4 an dem Morgen) hatte nicht viel über das Haus zu berichten. Er war fast blind, und er kannte vieles von der Welt durch seine Besuche in verschiedenen internationalen Augenkliniken. Davon erzählte er gerne. Die 2 Drachmenscheine Eintritt “erfühlte” er, statt sie anzusehen.

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Er ließ uns ohne Aufsicht durch Haus und Garten laufen, und verabredete sich mit uns “auf später” auf einen Kaffee. Die Konversation dabei die übliche.

Er, an meine Begleiterin: “Are you married?”
Sie nickt. Nun ja. Sie ist geschieden …
Mich fragt er nicht. Wir sind ja zusammen auf Reisen. Er hält mich also für ihren Ehemann.
Er, an sie: “How many children?”
Sie: “Two.”
Er schaut nun mich vorwurfsvoll an: “Only two? Not enough!”

Wir haben ihn nicht aufgeklärt. Wir waren ja nicht miteinander verheiratet. Und ihre beiden Kinder sind nicht von mir …

Zwei Jahre später war ich wieder da. Im Herbst. Mit einer anderen Begleiterin. Wieder nur wenig Besucher, wieder der gleiche Mönch, wieder das gleiche Gespräch.

Zufall: Auch sie war verheiratet, aber nicht mit mir. Auch sie hatte zwei Kinder. SIE wurde ausgefragt. Und ICH kriegte wieder diesen vorwurfsvollen Blick …

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Am höchsten Punkt des Steilfelsens, dem Tal zugewandt – eine gute Audio-Waffe, um die Stadt Kalambaka zu beherrschen …🙂 …
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4 comments

  1. Mich hat der sehschwache Mönch jedesmal auch gefragt, woher ich komme. Die anderen Fragen waren genau dieselben wie bei euch.
    Heute ist er nicht mehr an der Pforte, und den Eintritt (ist nicht mehr freiwillig) kassiert ein anderer Mensch, kein Mönch.
    Ich war schon mehrmals in diesem Kloster, aber nicht das letzte Mal.
    Gruss
    Wilf

  2. Will es nochmal wiederholen, was ich gestern auf der “Meteora”-Seite selbst schon kommentiert hatte:
    Mit dem letzten Rest Ruhe an den Meteora-Klöstern wird es bald endgültig vorbei sein … wie das immer so ist, nachdem an einem exotischen Ort ein Spielfilm abgedreht wurde (ja, Mamma Mia …). Im Februar 2012 startet auf der Berlinale „Meteora“ von dem in Los Angeles lebenden Regisseur Spiros Stathoulopoulos, mit Theo Alexander (True Blood) und Tamila Koulieva. Eine Geschichte um einen griechischen Mönch und eine russische Nonne im 12. Jahrhundert, vor dem Hintergrund der Klöster!

  3. KORREKTUR: “Aufnahmen von Fred Boissonnas vom Anfang des 19. Jahrhunderts” … sorry, falsches Jahrhundert, Fred Boissonnas kam natürlich 100 Jahre später nach Meteora.
    Am Anfang des 19. Jahrhunderts war das Fotografieren ja leider noch nicht erfunden …

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