03 Costas Lazaridis

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Die Costas Lazaridis Sammlung (1993)

Man muß vorweg sagen, das Dorf Koukouli hat heute offiziell ein Museum, bzw. ein “Kultur-Zentrum” mit Internet-Präsenz. Das Museum zeigt die botanische Sammlung des Lehrers Costas Lazaridis (im Hause seiner Familie). Auch der Rest seines Sammlerlebens ist dort dokumentiert, von den Briefmarken bis zu seiner beachtlichen Bibliothek (4000 Bände).
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Aber das Wichtigste, was Lazaridis hinterließ, ist: Eine komplette Dokumentation von fast 1300 Pflanzensorten (Samen, Blüten, Blätter, Standorte), die er im Großraum der Vikosschlucht zusammengetragen hatte.
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Lazaridis (1904-1987) war erst sechs Jahre tot, als wir zum ersten Mal an der Haustür standen. Die Sammlung war damals bereits öffentlich. Nur wußte so recht niemand davon. Jeweils sonntags sei Jannis da (auch er ein Lehrer), der uns die Sammlung zeigen könnte.
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Jannis war auch da, und er hätte sooo viel Zeit für uns gehabt (das Dorfgerücht hatte uns schon angekündigt), nur gab es in der Botanik bei uns erhebliche (sprachliche wie inhaltliche) Verständigungsschwierigkeiten … und nur immer erstaunt nicken, wenn wieder ein wunderbares Kästchen aus dem Schrank geholt wurde, das war auch zu wenig.
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Ein Sarakatsani-Hirtenstab aus der Sammlung
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Das Gespräch schweifte dann auch ab, in das Thema “ja, wie lebt man denn hier am Ende der Welt?” … wo im späten Winter die Bären aus dem Winterschlaf erwachen und dann magenknurrend durch die Gärten streifen?
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Jannis beschloß, das “Museum” vorübergehend zu schließen. Er nahm uns mit nach Hause auf einen Kaffee. Und um uns zu zeigen, daß man hier immer noch leben konnte wie in den Bildern in den Geschichtsbüchern!
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Jannis Sofazimmer
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Nun ja, nicht so ganz wie früher: Solange die Bären Winterschlaf halten, da liegt man neben dem Kamin und liest im Fernsehprogramm …
Aha.
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Dazu noch ein Nachtrag aus Roy Hounsells Buch (Siehe Zagoria 20): “One of Petros’ brothers, a retired history teacher, would latch himself onto them and whisk the foreigners off on a guided tour, to the Lazaridis Museum, the square, the well arches, explaining the history of Koukouli in microscopic detail. Undeterred by the fact that most of them couldn’t understand a word of what he said, his enthusiasm and love of subject transceded language.”.
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