Archiv 5: 26.07.2012 – 05.02.2014

1000 Drachmen
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Es gibt Leute, die können nie verlieren. Auch wenn es manchmal so aussieht, als ob:

ekathimerini, 26.07.2012:
“Citigroup sees 90 pct chance that Greece leaves the euro”

http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite2_1_26/07/2012_453834

Aber unsereiner läßt sich ja gerne für dumm verkaufen … ob das nun Energiekonzerne oder Banken sind, man glaube besser nicht an ihre veröffentlichen „Prognosen“. Auch nicht an jene mit „90prozentiger Wahrscheinlichkeit“. Die Citigroup wird sich köstlich amüsieren, denn am 01.01.2013 gibt es keine neue Währung in Griechenland, so wie sie es im letzten Juli verkündet hatte.

Nachdem man uns (den griechischen Rentnern oder den deutschen Steuerzahlern) ausgiebigst die Lage Griechenlands auf dem Finanzmarkt schlecht geredet hatte, hatten die Investmentbanker so heimlich wie eifrig Rückgaberechte für griechische Staatsanleihen gekauft, zu einem Spottpreis (ca. 17 Cent von jedem Euro  Ausgabewert). Dann hatte man drauf gelauert, daß den Griechen auf „Troika“-Empfehlung ein paar Milliarden Euro zugeteilt wurden – mit der dringenden Aufforderung, nun doch bitte sofort ihre eigenen Staatsanleihen zurückzukaufen, sie wären doch günstig zu haben …

Und schon stieg der Preis. Von 17 auf 34 Cent. Und so „haben die Hedgefonds in Athen dank des inzwischen abgeschlossenen Schuldenrückkaufs kräftig Kasse gemacht“ (WAZ 20.12.2012). Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte den mit Mitteln der EU finanzierten Rückkauf (30 Mrd. Euro …) schön unterstützt, und hatte ganz generös die Kreditwürdigkeit Griechenlands gleich um 6 Stufen angehoben.

Laut „Financial Times“ ist alleine der Hedgefonds „Third Point“ plötzlich um 500 Millionen Euro reicher.

Und gestern gingen die Griechen mal wieder auf die Straße, wegen angekündigter weiterer Lohnkürzungen, Steuererhöhungen und dem weiteren Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Übrigens verdient zur Zeit ein staatlich angestellter griechischer Arzt noch 1100 Euro. Ob solche Einkommensverhältnisse die Korruption im Staatsdienst wohl fördern …?

Bestimmt bekommt auch kein nordgriechischer Schüler in diesem Winter schlechtere Noten, wenn sein Vater in den Wald fährt und für die Schule Holz zum Heizen sägt (da die Regierung ja kein Geld für Heizöl hat) …
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05.02.2014  Daß mit Holz geheizt wird, während die teuren Zentral-Heizungen stillstehen, hat in den letzten beiden Wintern in griechischen Großstädten (Athen, Thessaloniki) zu schweren Smog-Problemen geführt. Und so manche Schule in Nordgriechenland wird im Winter geschlossen, weil kein Geld zum Heizen da ist.

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5 comments

  1. Im selben Themenbereich: Es sieht so aus, als hätte der ehemalige griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou (PASOK), dafür gesorgt, daß die Schweizer Konten seiner Verwandtschaft (1.2 Mio. $) von einer Liste verschwanden, die das französische Finanzministerium 2009 europaweit an verschiedene Regierungen verteilt hatten.

    Mit der Liste konnte europaweit Steuerbetrug in Milliardenhöhe bewiesen werden.

    Zuerst war die Original-Liste (auf CD) im griechischen Finanzministerium “verschwunden”, dann tauchte sie als USB-Stick wieder auf. Trotzdem sollte sie nicht an die Öffentlichkeit kommen, weil sie von den Franzosen “illegal erworben worden” sei.
    Ha …!
    Es wurden auch keinerlei Nachforschungen angestellt vom griechischen Finanzamt.
    Ein griechisches Magazin hatte die Namen auf der Liste dann trotzdem veröffentlicht. (Prompt wurde der Chefredakteur verhaftet …)

    Zur Sicherheit wurde nun die Originalliste noch einmal aus Frankreich angefordert, und siehe da … aus dieser Originalliste war zu erkennen, daß 3 Namen samt Kontoauflistung auf dem USB-Stick gelöscht waren: Die Namen der Cousinen und deren Ehepartner des früheren Finanzministers!.
    Diese Cousinen sind ausgerechnet Töchter des früheren Außenministers Michalis Papaconstantinou (ND)!

    Auf Bonzen-Ebene stecken wirklich alle unter einer Decke.

    Ausgerechnet diese beiden Parteien, PASOK und Nea Demokratia, waren (gezwungenermaßen) angetreten, den griechischen Korruptionssumpf trockenzulegen – und waren Partner in allen Verhandlungen mit der EU (“Troika”) über die griechische finanzielle Krise!

    Die Verfälschung von offiziellen Dokumenten zu Betrugszwecken hat in Griechenland eine Strafandrohung von bis zu 20 Jahren Gefängnis.
    (Nochmal “Ha” …!)

    Der Kommentar aus ekathimerini von heute:
    http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite3_1_31/12/2012_476462

  2. Sag bloss Theo, dass dich das wirklich überrascht hat mit dem Ex-Minister…

    Dir ein gutes Jahr 2013!
    Wie schön, dass es uns auch 2013 nicht an Gelegenheiten fehlen wird, uns über die Griechenland die Haare zu raufen!😉

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