Der Markt

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Gewöhnlich bin ich nur wegen der Unterhaltung auf dem Markt, und nicht zum Gemüseeinkaufen. Die Markthallen in Thessaloniki (zwischen Aristotelos und Venizelou) seien im Sommer unerträglich voll und heiß, hatte ich gehört. Aber an einem kühlen Frühlingsmontagmorgen ist das offensichtlich nicht so. Also zog es mich hinein, mitten durch das Angebot mit garantiert fabrikechten, jedoch steuerbanderolefreien Marlboros …
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Und es hat mich gut unterhalten. Hier gibt es jedenfalls so viel Fisch und Brot, daß man keine Wunder geschehen lassen muß, um die berühmten 5000 Christen zu ernähren. Muß was mit der Tradition und dem Apostel Paulus zu tun haben, der früher auch hier herumlief. Der Pappas kauft heute auch nur ein Kilo für den Eigenbedarf …

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Ilkas Kater, in ihrem schlimmsten Alptraum, und nebenan frischer Kaffä für alle, die ihr Fell noch tragen …

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Hier kauft man Oliven nicht im 100-Gramm-Beutel, klar. Wieviel Freigepäck habe ich denn noch?

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… und ‘n bißchen Brot zu den Oliven, zum günstigen Tarif.

Und jede Menge Kraut und Gemüse haben sie auch. Das habe ich aber nicht mehr fotografiert. Und flotte Socken aus China und sehr echte Teppiche, und geschmuggelte Zigaretten überall.
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Und eins nicht vergessen, ja, es gibt auch viele Kafeneions und Tavernen, aber am Montagmorgen sind die fast alle noch zu. Hm, war es darum so ruhig auf dem Markt ……?

Seitdem bin ich des öfteren zurückgekommen, aber Streß war eigentlich nie. Übrigens liegt die Überzahl der Markt-Tavernen östlich von der Aristoletou-Fußgängerzone. Man kann das gastronomische Viertel in den Hinterhofgassen gut übersehen. Die Atmosphäre ist sehr nett und locker, abends gibt es oft Live-Musik, das Verhalten der “Reinschmeißer” ist tolerierbar, aber kulinarische Großerlebnisse dürfen Sie hier nicht erwarten. Zur Mittagspausenzeit teilen sich Marktkonsumenten mit dicken Plastiktüten und Büroangestellte mit dünnen Notebooks die Tische, und abends ist das Publikum auffällig jung. Es gibt hier wesentlich mehr Rosen- und CD-Kopie-Verkäufer als Touristen. Hm, es git so wenig Touristen, daß manche Taverne Ihnen nicht mal eine englische Speisekarte anbieten kann!

4 Responses to “Der Markt”

  1. Brigitte Says:

    Du gehst nur zur Unterhaltung auf den Markt???
    Und wo kaufst Du dann Dein Obst und Gemüse? Den täglichen Vitaminebedarf? Bei Aldi etwa?
    Und in Griechenland zu irgendwelchen in der Wildernis versteckten Imkereien wandern und den Honig rühmen, der Qualität wegen….
    Also los, Theo, ab auf den Markt, solange es ihn noch gibt.
    - Wir haben übrigens einen neuen Bio-Markt in Amsterdam, jeden Mittwoch auf dem Haarlemmerplein.
    Brigittte

  2. theo48 Says:

    Hallo Brigitte, ich habe seit meiner Kindheit immer kilometerweit weg von Gemüsemärkten entfernt gewohnt (und ich hab ja auch keine Markthändler in der Familie, so wie manche andere … hust, ähem …).
    So hat das Einkaufen auf dem Wochenmarkt für mich gar keine Tradition. Und Menschenmengen auf Märkten oder Volksfesten machen mich klaustrophobisch und nervös. Früher bin ich zwar immer noch zu antiquarischen Buchmärkten gezogen, aber das ist jetzt auch vorbei, seit es ebay gibt.
    Aber ich kaufe auch nicht bei Aldi oder Lidl. (Lidl ist übrigens im Moment in Griechenland, wo Lebensmittel sehr teuer geworden sind, der absolute Hit!)
    Theo
    Und … griechischen Honig kann ich zwar rühmen, den kann ich mir aber ohnehin nicht leisten …

  3. ilka Says:

    Meine Kater sind das also, Theo! Bin mal gleich in den Garten und habe nachgeschaut. Sind noch alle da. Außerdem haben sie keine Hasenfüße , auch wenn sie manchmal welche sind ;-) )) !
    Ilka

  4. theo48 Says:

    :-) Wie das Sprichwort schon sagt: Katzen haben neun Leben!

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