Galaxidi und Mornou-See

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Galaxidi hieß in der Antike Chaleion. Dieser Hafenort existiert schon seit 2500 Jahren, wurde dutzende Male von Mensch und Natur zerstört, und niemand weiß genau, wie er irgendwann an den etwas verrückten Namen kam (galaxidi heißt “Milch-Essig”).

Ab dem 18. Jahrhundert wurde der befestigte Hafen zu einem der wichtigsten Hafenplätze auf griechischem Boden. Daß die osmanischen Behörden den griechischen Kapitänen aus Galaxidi das Führen bewaffneter Schiffe erlaubt hatten (um sich gegen die Piraten zu wehren), machte den Ort prompt zu einem der wichtigsten Stützpunkte im griechischen Befreiungskrieg. In den folgenden Jahrzehnten wurde der heute bescheiden bemessene Ort zu einem der wichtigsten Werft- und Handelsplätze des Landes.

Leider schafften die Reeder und Schiffbauer von Galaxidi nicht den Anschluß an die Zeit der Dampfschiffe. Sie hinterließen daher zum Glück auch keine Industrieruinen. In dem inzwischen versandeten Hafen kann man sich kaum vorstellen, daß vor 150 Jahren ständig Dutzende von großen Seglern vor der Stadt lagen. Man kann das jedoch nachvollziehen, bei einem Besuch im Nautischen Museum.

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Eros und Aphrodite, antike Medaille, gefunden bei Galaxidi

Zunächst fragt man sich, warum man überhaupt in diesem Winkel an der Nordküste des korinthischen Golfes auftauchen sollte, oder? Nun, Delphi ist nur 30 Kilometer entfernt, und wenn es Sie nervt, nach einem anstrengenden Tag in den antiken Trümmern abends zwischen turnhallengroßen Souvenirläden und Restaurants für Tourbus-Gruppen herumzuhängen, dann machen Sie sich doch nachmittags auf den Weg von Delphi hierherunter.

Der (lokale griechische) Tourismus hat Galaxidi übrigens nicht übersehen, oh nein, es gibt ein gutes Dutzend gemütlicher Tavernen und feiner Restaurants direkt am Wasser, Kunstgewerbeläden, Galerien und einige Hotels von guter Qualität! Das Ganimede, ein ehemaliges Kapitänshaus, ist der Platz für ein Wochenende, wenn Sie in Athen wohnen und nicht arm sind.

Uns hat das Galaxidi-Hotel (B, 11 Singrou, Tel. 2265-041850) wirklich sehr gut gefallen, und die Qualität des (nicht nur für griechische Verhältnisse) opulenten Frühstücks (zum Glück kein Buffet, und die Eier nach Wunsch serviert …) war einmalig. (Ich war zweimal dort, und jedesmal gab es auch ein Glas selbstgemachte Marmelade zum Abschied!)

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Galaxidi-Hotel

Aber fahren Sie nach einer angenehmen Übernachtung in Galaxidi nicht gleich weiter Richtung Nafpaktos auf der Küstenstraße! Fahren Sie 2 Kilometer zurück, Richtung Itea/Delphi, und biegen Sie ab nach links (Richtung Penteoria), um zum Mornou-Stausee zu kommen. Jetzt im späten Sommer 2007 könnte der See fast ausgetrocknet sein … aber im Frühjahr nickt am Wasser der Mohn auf den Getreidefeldern:

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Mohnfeld bei Malandrino

Und es gibt genug schöne Stellen am See für ein Picknick … aber keinerlei touristische Infrastruktur außer in der Hochsaison, wenn der Ort Kallio zum Leben erwacht. Und in Lidoriki, dem einzigen größeren Ort, trinken Sie besser nur einen Kaffee …

Und halten Sie nicht mitten in einer Schafherde. Die Schafe erscheinen meist unbeaufsichtigt, sie sind es aber nicht, und die Hunde spielen gerne mit ihren Hosenbeinen, und sie haben auch keine Haftpflichtversicherung …

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Lokale Rohstoffe: Käsefabrik am Weg

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Mal näher ran an die guten Sachen!

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Es ist ein langer schöner Weg um der kreuzförmigen Mornou-Stausee herum, und den einzigen Verkehr dort bieten 6-achsige doppelstöckige Volvo-Lkws, voll mit Lammbraten im Rohzustand …

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Siehe auch:  Delphi

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